Geschichte der Grafschaft Glatz

Geschichte Grafschaft Glatz

1198 – 1278

Unter den böhmischen Königen Ottokar I., Wenzel I. und Ottokar II. kamen deutsche Siedler in das Land.

1275

Glatz ist eine deutsche Stadt nach Magdeburger Recht.

1316 – 1412

Ältestes Glatzer Stadtbuch.

1335

König Kasimir III. von Polen verzichtet zugunsten Böhmens auf Schlesien – sogenannter (Vor-)Vertrag von Trentschin

1339

der polnische König anerkennt mit Urkunde den Vorvertrag, der endgültig in Kraft tritt. In bezug auf Schlesien heißt es, daß der polnische Herrscher „kein Recht, kein Eigentum, keine Herrschaft, keinen Besitz und Rechtstitel habe, noch gehabt habe, ihm solche weder zustehen, noch zugestanden haben“ (nach J. J. Menzel).

1419 – 1436

In den Hussitenkriegen erleidet das Land starke Verwüstungen.

1426

Kaiser Sigismund beauftragt Potho von Tschastolowitz, Landeshauptmann von Glatz, in Glatz Heller schlagen zu lassen.

1428

Die Hussiten belagern Glatz vergeblich; im Dezember fällt Herzog Johann von Münsterberg in der Schlacht am Roten Berg.

1463

Georg von Podiebrad, König von Böhmen, erhebt das Glatzer Land zur Grafschaft.

1462

Kaiser Friedrich III. bestätigt dies Erhebung. Glatz wird Residenz des Grafen Heinrich des Älteren, des Sohnes Georgs.

1477

Heinrich der Ältere gliedert den sog. Hummelbezirk der Grafschaft ein.

1526

Nach einem Erbvertrag von 1515 zwischen den Habsburgern und den Jagiellonen fallen Ungarn, Böhmen mit seinen Nebenländern Mähren, Schlesien und die Grafschaft Glatz an Erzherzog Ferdinand, der 1531 deutscher König wird.

1548 – 1560

Herzog Ernst von Bayern setzt sich als Pfandinhaber der Grafschaft mit der Reformation und ihren Anhängern auseinander.

1561

Ferdinand löst die Grafschaft ein, die nun bei Habsburg bleibt.

1637

Die Jesuiten kommen nach Glatz.

1619

Die Grafschafter Stände stellen sich auf die Seite des Kurfürsten Friedrich von der Pfalz, als er zum König von Böhmen gewählt wird.

1622

Die Glatzer und Graf von Thurn kapitulieren nach tapferem Widerstand vor Graf Karl von Lichtenstein, dem kaiserlichen General.

1625

Die Grafschafter leisten Erzherzog Karl, dem neuen Landesherren, den Eid. Die Anhänger des „Winterkönigs“ werden bestraft und die Bevölkerung 1639 rekatholisiert.

1679 / 80

Die Pest gefährdet die Menschen und fordert zahlreiche Opfer.

1740

Maria Theresia und Friedrich II. treten die Regierung an.

1740 – 42,
1744 – 45,
1756 – 63

Die drei Kriege, die Friedrich II. um Schlesien führt.

1741

Der Preußenkönig kauft auf Grund eines Vertrages von Karl-Albrecht, Kurfürst von Bayern und nomineller König von Böhmen, die Grafschaft Glatz für 400.000 Taler, bezahlt aber schließlich nur 200.000 Taler.

1770

Oberst Regeler beginnt im Auftrage Friedrichs des Großen mit dem Um- und Ausbau der Festung Glatz. Im Rahmen der Ausbauarbeit des Königs richtet Meister Rohrbach in Friedrichsgrund die Glashütte ein.

1778 / 1779

Im Bayrischen Erbfolgekrieg wird die Grafschaft Kampfgebiet.

1790

Goethe reist durch das Land, um unter anderem die Heuscheuer zu besichtigen.

1807

Graf Goetzen organisiert als Generalgouvaneur von Schlesien den Widerstand gegen die französischen Rheintruppen unter Prinz Jérôme, dem Bruder Napoleons, und General Vandamme.

25.6.1807

Nach harten Kämpfen schließt Graf Goetzen einen Waffenstillstand mit Jérôme ab, dessen Bestimmungen durch den Frieden von Tilsit überholt werden. In Schlesien bleiben Glatz, Silberberg und Cosel unbezwungen.

1813 / 15

Wegen der räumlichen Entfernung berühren die Kämpfe gegen Napoleon die Grafschaft nicht.

1817

Habelschwerdt wird Kreisstadt (erste Erwähnung 1318 als „Hawelswerde“).

1855

Neurode wird Kreisstadt (erste Erwähnung 1337 als „von dem Nevwenrode“).

1866 / 1870

Während im Krieg gegen Österreich das Land als Aufmarschgebiet den preußischen Truppen dient, bleibt es in der Auseinandersetzung mit Frankreich unberührt von Kampfhandlungen.

1877

Die Aufhebung der Festung ermöglicht den Glatzer Bürgern die Erweiterung ihrer Stadt. So folgt nun eine starke Veränderung des Stadtbildes.

1875 – 97

Die Infrastruktur des Landes wird durch den Ausbau der Straßen und der Eisenbahn wesentlich verbessert (Glatz-Mittelwalde 1875, nach Dittersbach 1879, nach Rückers / Reinerz 1890, nach Landeck 1897).

bis 1914

Verschiedene Wirtschaftszweige vergrößern ihre Produktion (Bergbau) und weiten sich aus.

1918 / 19

Robert Boese gründet einen Aktionsausschuß, um den Ansprüchen der Tschechen auf die Grafschaft energisch entgegentreten zu können; deshalb bleibt das Land im Vertrag von Versailles bei Deutschland.

1932

Der Kreis Neurode wird in den Kreis Glatz eingegliedert.

8.5.1945

Fast ohne Kriegsschäden erleben Land und Leute das Kriegsende. Die Rote Armee setzt deutsche „Antifaschisten“ als Treuhänder ein. Von ihnen übernehmen ab Juni 1945 Polen die Verwaltung.

1945 – 47

Die deutsche Bevölkerung wird größtenteils vertrieben.

5.8.1950

Charta der deutschen Heimatvertriebenen

6.8.1960

Deklaration zur Charta der deutschen Heimatvertriebenen

28.6.1972

Nach Ratifizierung der Ostverträge (17.5.1972) ordnet der Vatikan die Grafschaft kirchlich dem Erzbistum Breslau zu.

31.7.1973 / 7.7.1975

Das Bundesverfassungsgericht stellt fest: Das deutsche Reich existiert in den Grenzen von 1937 fort.

5.5.1990

Die Vertretung der vertriebenen Schlesier aus der Grafschaft Glatz legt im Hinblick auf die erkennbare Absicht von Bundestag und Volkskammer, Verzicht auf die von Polen verwalteten Ostgebiete auszusprechen, Rechtsverwahrung ein.

14.11.1990

Unterzeichnung des Vertrages zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Republik Polen über die Bestätigung der zwischen ihnen bestehenden Grenze; damit verzichtet Deutschland, ohne dass hierfür ein Rechtsgrund besteht, auf die Ostprovinzen des Deutschen Reiches und Stettin.

16.1.1992

Der Vertrag tritt in Kraft.

18.9.1993

Gründung des Deutschen Freundschaftskreises der Grafschaft Glatz durch die Zentralstelle und Heimatgruppe Grafschaft Glatz.

2004 Polen wird Mitglied der Europäischen Union

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